Nach dem gestrigen, völlig unspektakulären, Transport und diesem Ausnahmeglück mit dem Wetter gebe ich mich nicht zufrieden. Meine erste Frage heute, als ich nach tiefem Urlaubsschlaf erwachte, war: wo ist her der Haken? Ein Blick durch das Luk über dem Bett vermeldete blauen Himmel und Sonnenschein, der interne Wärmemelder lief schon auf Hochtouren. Ostsee-Traumwetter, denn trotz alledem hatten wir ordentlich Wind. Also raus aus der Koje und ran ans Frühstück machen. Die Sonne war schon so schwer am schuften, dass wir drinnen essen wollten. Ein verbrannter Pelz zu Urlaubsbeginn ist unpraktisch.
Nachdem der Tisch leer war, musste dringend das Logbuch eingeweiht werden. Erst die Grunddaten zum Boot, dann zur Besatzung, anschließend die einzelnen Tage.
Nach einem langen, aber wegen der Wärme nicht so ausgiebigem Frühstück und der Schreibarbeiten wurde das Boot klargemacht. Dazu gehört jedes Mal:
alle Leinen-Enden, die später zum Segeln gebraucht werden, lösen und in den Niedergang werfen. So vermeidet man Leinen-Kuddelmuddel, wenn das Ende schnell durchlaufen muss. Die Persenning des Großsegels öffnen (die dunkelblaue "Verpackung" auf dem Baum), Kurbeln für die Winschen bereitlegen (das sind die Umlenkrollen, mit welchen man die Segel dichter holen kann, wenn die Handkraft nicht mehr ausreicht - dazu braucht man noch den Kurbelaufsatz), Bootshaken bereitlegen, das Ablegen durchsprechen und die Aufgaben untereinander sinnvoll aufteilen. Dann noch mal ein Rundblick auf das gesamte Deck, ob nicht noch etwas liegengelassen wurde - und los.
Wir hatten heute wirklich super Bedingungen. Wind mit Stärke 4-5 (das gibt ordentlich zu tun), Sonne satt und wieder ein fast leeres Fahrwasser.
Da wir noch andere Dinge auf dem Tagesprogramm hatten, waren wir nur 4 Stunden unterwegs. Eine Siesta im Cockpit nach Hafenrückkehr war auch noch eingeplant. Aber Spaß war auch so genug:
Zurück im Hafen von Neuhof wurde auf Gemütlichkeit gesetzt. Bimini raus, Kissen raus - Siesta:
Als ein Gewitter aufzog, verkrümelten wir uns ins Auto und fuhren nach Stralsund. Wir brauchten dringend frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Brot. Als wir zurückkamen, war von Gewitter weit und breit nichts zu sehen, kein Regen, nur ein paar Wolken. Dafür lag der Hafen in einer schönen Abendstimmung, Zeit für die Fotografierwütigen:
Zum Tagesabschluss - wir sitzen nach einem guten Essen aus der eigenen Pantry im Cockpit und genießen einfach die Ruhe der absolut platten See - der Sonnenuntergang des Tages:
| Das mit dem geraden Horizont bekomme ich noch hin ... |
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